Pflege von Sansevierien

In ihrem natürlichen Umfeld gedeien die Pflanzen in heißem Wüsten-Boden, an (teils geschütztem) Fels-Gestein oder an schattigen Plätzen - geschützt vor praller Sonne durch Rest-Vegetation und Felsen. Der Boden ist meist von mineralischer, sandiger und sehr durchlässiger Natur - und dies lässt logisch darauf schließen, dass wir unsere Pflanzen in der künstlichen Pflege eben solchen Bedingungen verhelfen sollten - sollen sie kräftig und gesund wachsen.

Somit ist es unabdingbar, dass wir einen lockeren und sehr durchlässigen Boden wählen sollten.

Ich selbst verwende seit 2018 wieder eine Mischung aus:
- Akadama/Jap. Lehmgranulat
- Zeolith
- Granitgruß
- Bims
- Betonit
- Blähschiefer
- "normaler, überwiegend organischer Kakteenerde
da die Sansevierien darin gut und gesund wachsen. Ein Test in reinem Akadama oder ganz anderer Rezeptur lies viele der Pflanzen kaum wachsen und teils absterben.

Dieses Substrat ist extrem durchlässig und fördert die Wurzelbildung extrem! Pflanzen, die in meiner Pflege seit über 2 Jahren kaum Wurzeln gebildet hatten, füllen das Pflanzgefäß inerhalb kürzester Zeit mit einem Wurzelballen. Diese Erfahrung teilen mir auch andere Personen mit, die diese Mischung auf meinen Hinweis selbst ausprobierten (S.f.forescate, seit 2 Jahren OHNE Wurzeln zeigen innerhalb von 2 Wochen einen fast vollen Wurzelballen im Topf).

Beispiel für die Körnung des bei mir verwendeten Substrates!
Erde, Mischung, Substrat für sansevieria und Sukkulenten, Soil for Succulents

Erde, Mischung, Substrat für sansevieria und Sukkulenten, Soil for Succulents

Als Dünger verwende ich in der Praxis ein wasserlösliches Granulat (ca. alle 1-2 Monate einmal)

Inhalts-Stoffe:
11 % Gesamtstickstoff
9,5 % Nitratstickstoff
1,5 % Ammoniumstickstoff
14 % ammoncitratlösliches u. wasserlösliches Phosphat
14 % wasserlösliches Phosphat
17 % wasserlösliches Kaliumoxid
2 % wasserlösliches Magnesiumoxid
0,03 % Bor
0,16 % Kupfer als Chelat von EDTA
0,11 % Eisen als Chelat von EDTA
0,16 % Mangan als Chelat von EDTA
0,023 % Molybdän
0,06 % Zink als Chelat von EDTA

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Chelat = Komplexverbindungen
EDTA = Ethylendiamintetraessigsäure

Optimal wäre ein teils schattiertes Gewächs-Haus, das in Wintermonaten beheizt werden kann. Zu dieser Zeit sollte man die Pflanzen logischerweise sehr sparsam gießen um keine Nässe-Schäden zu begünstigen!

In der Wohnung eignet sich ein helles Fenster mit nicht zu starker Sonneneinstrahlung. Zu dunkler Stand begünstigt ein dünneres und viel längeres Blatt, was die Pflanzen deutlich vom natürlichen und gesundem Habitus unterscheidet! Einige Sorten benötigen nicht allzuviel Licht, andere dagegen benötigen sehr hellen Stand (S.ballyii)! Wieder einige verlangen vermehrt Wasser-Gaben wie etwa S.Kirkii, andere wie S.pinguicula sollte man seltener gießen! Es gibt hierbei kaum eine Faustregel und es sollte jeder seine eigenen Erfahrungen sammeln!
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Länger anhaltende Temperaturen UNTER 15C werden mit dem Absterben der Pflanzen honoriert, jedoch reagiert jede Pflanze auf unterschiedliche Temperaturen ebenso verschieden. Ich selber habe z.B. eine Pflanze, die in Fachkreisen als empfindlich gegenüber kühleren Temperaturen gilt, bei mir steht sie im Winter auf einer Fensterbank, wo ein leichter kühler Luftzug von Draußen spürbar ist! Dabei wächst sie wunderbar und zeigt keine Deformierungen!

Hoch succulente Arten wie etwa S.ehrenbergii, S.robusta, und S.pinguicula usw. sind noch sparsamer mit Gieß-Wasser zu versorgen und die sehr hell variegaten Sorten scheinen im allgemeinen recht empfindlich zu sein.

!Einige Gärtner benutzen eine chemische Verbindung, um die Pflanzen kleinwüchsig zu halten. Es nennt sich "Paclobutrazol" und es wird in den Boden eingebracht. So lassen sich Zwergformen kreieren, die ohne dieses Mittel die normale Größe erreichen.
Oft findet man Zwerg-wüchsige Pflanzen in den Gartencentern, die Nach und Nach bei Neubildung ihrer Blätter einen deutlich größeren Habitus erreichen.

Fazit: Diese sehr interessante Pflanzen-Gattung ist überaus faszinierend und eine kleine Herausforderung für Jedermann! Immerzu gibt es neue Erkenntnisse, Bescheibungen und eigentlich keine deutsch-sprachige Literatur, der man glauben darf!
Ich hoffe, dass dieser kleine Leitfaden für Sie hilfreich ist und ich würde mich über ein konstruktives Feedback sehr freuen!


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